Das vierte Abenteuer: “Tempel der Schatten”

Wir haben im Schweiße unseres Angesichts in der Hitzewelle Ende Juni '26 das vierte Abenteuer durchgezogen. Auch dieses Mal haben wir mit fast sieben Stunden die Zielmarke von vier Stunden deutlich überschritten. Minus Essenspause und Co waren es vermutlich grob sechs Stunden Nettospielzeit, davon rund eine Stunde für Stundenaufstiege, Charakterspiel und verbindende Szenen zwischen den beiden Abenteuern. Dazu hier mehr:.

Dieser Post enthält SPOILER!

< tldr; > * Charaktere ein- und auszuwechseln bereitet keine Problem * Wer die Gruppe verlässt, lebt gefährlich * Wir brauchen mehr Zeit, haben aber durchweg Spaß

Ich hatte mir fast eine Seite Notizen gemacht, mit denen ich in die Lücke zwischen den Sessions mit Rollenspiel reinfüllen wollte. Es war Feedback meiner Gruppe aus dem letzten Abenteuer, dass man sich durchaus mehr Chancen auf Charakterspiel wünscht. Und da ich die Abenteuer selbst ja testweise so original wie möglich leiten will, möchte ich die Lücken zwischen den Geschichten nutzen. Da in diesem Abenteuer von winzigen Dämonen besessene Zombies vorkommen, hab ich mir aus Stephen Kings wirklich tollem Pet Semetary etwas geklaut, und den Dämonenzombies eigentlich geheimes Wissen über die Charaktere mitgegeben. Die haben eben Verbindungen in alle denkbaren Parallel- und Nachwelten. Bis auf zwei kurze Sätze kamen die Monster nicht dazu, viel davon preiszugeben, weil die Gruppe immer ziemlich sofort mit Waffengewalt für Ruhe sorgte (ein verständlicher Überlebensreflex). Aber aufgehoben ist ja nicht aufgeschoben, oder so.

Etwas Zeit ging dafür drauf, eine Person aus der aktuellen Session raus zu schreiben, und den neuen Charakter nach dem Tod in der letzten Session einzuführen. Das lief alles soweit anstandslos. Außerdem hatte ich noch eine neue Person am Tisch, die den NPC Inquisitor Randolfus spielen konnte. Sowas finde ich immer angenehm, statt selbst einen NPC über die ganze Session mitzuziehen. Auch da gab es keine Probleme. Der Spieler, ebenfalls schon ein alter Hase in Sachen Rollenspiel, bekam von mir 1 DinA4-Blatt mit einer halbseitigen Geschichte, einer halben Seite Charakterwerte und einer knappen Seite Zauberbeschreibungen. Keine Rückfragen, keine Probleme am Tisch. Alle Regeln hab ich ihm dann erklärt, als sie zur Anwendung kamen, das hat völlig gereicht und nie den Spielfluss unterbrochen.

(Ab hier wieder Spoiler)

In diesem Abenteuer begegnet die Gruppe mal wieder dem Kult, der dank Randolfus jetzt auch einen Namen hat: die Bruderschaft der Schatten. Im reichen Stadtteil Säckel wütet nach einer Explosion eine Seuche, die Gruppe soll wieder die Eisen aus dem Feuer holen. Das zerstörte Haus gehörte einem Herrn namens Pentachus Katandramus, darunter ist ein kleiner Tempelkomplex, in dem beim Eintreffen der Gruppe noch rituelle Dinge abgehen (wovon die Gruppe aber erstmal nichts weiß). Es gilt Wächter zu besiegen, wandernde Monster, wandelnde Tote. Da die Gruppe langsam versteht, dass Kämpfe tödlich sind, verlegt sie sich zunehmend auf Hinterhalte und kurze Scharmützel. Das ist völlig nachvollziehbar und logisch. Zum Glück waren hier nach Zwergen aussehende Wesen im Spiel, die im Dunkel zum einen praktisch unsichtbar werden, zum anderen von Schatten zu Schatten teleportieren. So blieb es für die Gruppe immer gefährlich, und letztlich entschieden sie, eine Rast einzulegen. Die konnte ich ihnen vermiesen, weil nach einigen Stunden das Ritual fertig wurde und der Chef persönlich den Tempel verlies. Der wachende Charakter bekam das und die Anweisungen an die zurückbleibenden Kultisten mit, was die Rast frühzeitig beendete. Es blieb also spannend. Und dann wäre der diebische Zauberer der Gruppe fast gestorben, weil er auf eigene Faust noch schnell ein paar Münzen bei besiegten Gegnern einsammeln wollte. Dass ihn letztlich ausgerechnet seine frisch mit Stufe 3 erworbene Fähigkeit “Zauber stehlen” vor einem frühen Grab gerettet hat, finde ich mal wieder mechanisch ganz wunderbar. Gibt doch wenig befriedigenderes, als wenn bei einem Stufenaufstieg erworbene Sachen sofort derart Wirkung zeigen.

Letztlich hat die Gruppe Fragmente eines Artefakts einsammeln können, und als diese in einer von Randolfus mitgebrachten Kiste verstaut wurden, endete auch die Seuche. Also quasi eine Art Teilerfolg, was ja als Ausgang für Abenteuer 4 einer zehnteiligen Kampagne völlig ok ist.

Fazit: Ich mag das System nach wie vor sehr. Dass zudem meine Gruppe voller netter Menschen ist, die relativ gut zusammen harmonieren, hilft sicher beim positiven Gesamteindruck der Kampagne. Die Abenteuer brauchen dann schon mehr Zeit, als auf der Dose aufgedruckt ist. Und ich finde nicht, dass wir übertrieben viel Zeit für Charakterspiel brauchen, oder dass die Gruppe nicht zielstrebig vor ginge (in der Regel ist ja eh wenig Raum, um sich zu “verlaufen”). Unsere “16 bis 23 Uhr” Sessions fühlen sich durchaus ein wenig wie zu unseren Teenager-Jahren an. Man spielt halt bis zum Umfallen. Und das darf man sehr wohl als Hinweis ansehen, dass alle Beteiligte Spaß haben.

Info:

Wir spielen auf Deutsch, ich besitze alle Bücher in Deutsch und in Englisch, ich verwende aber nur die englischen. In die deutschen Bücher schaue ich manchmal zum Abgleich auch rein. Die deutschen Bücher gibts hier: https://www.system-matters.de/shop/der-schatten-des-daemonenfuersten/ Die englischen hier: https://schwalbentertainment.com/shadow-of-the-demon-lord/ (Ich verdiene nichts daran)

#PNPDE #SchattenDesDämonenfürsten