Session 0 und erstes Abenteuer: “Ernter des Leids”

Meine Gruppe übermotivierter und offensichtlich rollenspielhungriger Leute hatte sich schon vor dem ersten Treffen zum großen Teil das Regelbuch gekauft (Gerne geschehen, System Matters ;D) und einige kamen mit grundlegenden Ideen für Charaktere.

Im Gegensatz zu sonst hab ich mir keine großartigen Notizen gemacht, und außer deutlich auf die im Vergleich zu D&D deutlich höhere Sterblichkeit von Charakteren dann nicht groß was erläutert. Im Nachhinein doof, weil ich eigentlich klar machen wollte, dass wir nur mit dem Grundregelwerk spielen werden. Da ich das vergessen habe, haben sich einige Leute dann mit weiteren Quellenbänden eingedeckt. Letztlich nicht weiter tragisch, wir spielen sicher ne zweite Kampagne, da kann dann sowas genutzt werden.

Ich würde sagen, wir hatten in rund 30 Minuten alles geklärt. Regeln besprochen, Charaktere erstellt, grundlegendes zum zentralen Punkt der Kampagne besprochen, der Stadt Kreuzings, und die Charaktere mit 2 Sätzen in Kontakt zu wichtigen NPCs gebracht. Dann gings auch schon ab ins erste Abenteuer, “Ernter des Leids”.

Zum Einstieg in die Kampagne soll die Gruppe das Verschwinden einige Bewohner des ärmsten Stadtviertels aufklären, darunter der ihnen wohl bekannte Vater Gregorius. Schnell geraten sie dabei an Gegner, die für einfache Leute eine ernsthafte Bedrohung für Leib und Leben darstellen.

Ich hatte mir vorher n bisschen zurecht gelegt, wie ich vorgehe, falls im ersten Abenteuer schon gleich die komplette Gruppe stirbt – absolut kein unmögliches Szenario. Letztlich hat die Gruppe sich raffiniert Hilfe geholt, n bisschen Glück gehabt und auch von meinen falschen Regelauslegungen bzw. -erinnerungen profitiert (siehe https://blog.raindog.de/das-system-der-schatten-des-damonenfursten). Aber, und das ist das wichtigste: Spaß hatten alle. Wir wollten bis 21 Uhr spielen und haben letztlich auf Drängen meiner Gruppe bis nach 23 Uhr durchgezogen.

Ich hatte mich als SL ganz bewußt kaum bis gar nicht vorbereitet. Die 2 bis 3 Seiten Abenteuer sind schnell gelesen, aber weder hab ich mir groß Notizen gemacht, Stats rausgesucht, noch sonstwas. SoDL wird ja exakt so beworben: Ein System, das sowohl für Spielende als auch SL geeignet ist, die neben dem Hobby noch Privatleben, Familie und andere Hobbies unter einen Hut bringen müssen, aber trotzdem erfüllte RP-Sessions spielen wollen. Und was soll ich sagen? Aus meiner Sicht klappt das mit SoDL wunderbar. Ich hab das Abenteuer ohne Umschweife oder Vorgeplänkel mitten in der “Action” begonnen (“Ihr klopft an die Tür des Hauses von Vater Gregorius”), auch zwischendrin ließ ich keine Längen zu, es ist immer was passiert. Und auch wenn man so sicher auch D&D 5e oder Pathfinder 2 spielen kann, hilft es meiner Ansicht nach massiv, wenn das gesamte Regelsystem auf diesen Stil ausgelegt ist. Allein die Regeln, die die Spielenden in der ersten Session zu beachten hatten: Keine. Man startet mit Charakteren auf Stufe-0. Die können nix. Und haben dank der Berufe und Hintergründe trotzdem genug Tiefe. Nur müssen die Leute keine charakterbezogenen Regeln lernen.

Jedenfalls ist die Geschichte rund um den Organräuber aufgelöst, auch wenn der Gruppe noch nicht klar ist, in welche weitreichenderen Ereignisse sie hier geschlittert sind. Und exakt SO soll doch eine erste Session sein.

Info:

Wir spielen auf Deutsch, ich besitze alle Bücher in Deutsch und in Englisch, ich verwende aber nur die englischen. In die deutschen Bücher schaue ich manchmal zum Abgleich auch rein. Die deutschen Bücher gibts hier: https://www.system-matters.de/shop/der-schatten-des-daemonenfuersten/ Die englischen hier: https://schwalbentertainment.com/shadow-of-the-demon-lord/ (Ich verdiene nichts daran)